vor einem knappen jahr erwähnte ich ja mal, dass ein bekannter meines besten freundes (der es übrigens geschafft hat, 120 seiten text über eu-gesetze, brd-gesetze, netzwerkanalyse, gleichstellungspolitik und gedöns¹ zu schreiben) eine »christliche erweckung erlebt hat, die ihn dazu bringt, in dem ein oder anderen supermarkt den ein oder anderen strichcode des ein oder anderen artikels nach der zahl des tiers zu durchforsten.« jetzt aber wurde der bekannte von prinz umwerfend (attraktiv, gebildet, spannender beruf) in versuchung geführt. leider hat prinz umwerfend, wie das eben so ist, wenn ein christenmensch in versuchung geführt wird, einen hässlichen pferdefuß. er äußerte sich in gestalt eines eherings. ich rate dazu, diese affäre zu beenden.
zur besinnung lesen wir jetzt mk 4,1-13 und lernen, dass wir manchmal sehr stark sein müssen. und wo ich gerade so schön am moralisieren bin (wobei ich hier nicht sagen will, dass es sinnvoll ist, einer religiösen moralvorstellung zu folgen. gott ist eine ziemlich lahme begründung für das moralisch gebotene. meine interpretation abstrahiert ein wenig und lautet ungefähr so: manchmal kommt man in situationen, in denen einem etwas nahezu unwiderstehliches angeboten wird, das sich aber mit den persönlichen werten nicht verträgt. meistens ist es ratsam, da NEIN zu sagen. sonst ist man irgendwann tief in den institutionen angekommen. crazy, ich betreibe exegese), kann ich gleich mal berichten, dass meine präsentation über ethisches argumentieren fast fertig ist.
und gerade habe ich mit hildegards freund telefoniert, der mir von seiner neuesten arbeit über moralphilosophie (aristoteles und kant) erzählt hat, deretwegen er in der letzen woche das haus nur zum erwerb von zigaretten verlassen hat. vielleicht hätten wir schon früher darüber sprechen sollen und nicht erst jetzt, wo wir beide so gut wie fertig sind. aber wir sind einander in der letzten zeit ziemlich auf die nerven gegangen (ich finde, er führt sich manchmal auf, wie der kaiser von österreich. er findet, ich kenne ihn kein stückchen und hätte ihm eine gemeine szene gemacht) und hatten deswegen so eine art kreative pause eingelegt. sogar die fiese redewendung »dir deine sachen zurückbringen« ist dabei gefallen, aber jetzt ist es wieder gut. zum glück. wir kennen uns erst seit ungefähr fünf monaten, aber mein leben wäre wertlos ohne hildegards freund, der sowohl auf altgriechisch als auch auf französisch sowohl über anzüge von brioni als auch über merleau-pontys auge sprechen kann, ohne dabei die gesetze der formalen logik zu missachten. oder vielleicht nicht wertlos, aber eine qualitätseinbuße gäbe es schon (gilt auch für meine anderen phänomenalen freunde, denen ich natürlich weitaus öfter auf die nerven gehen würde, wenn es eine person weniger gäbe, die ich verrückt machen könnte).
zur zeit aber mache ich hauptsächlich mich selbst verrückt, aber das liegt an der luft. zu dieser jahreszeit riecht sie anders als sonst. ähnlich ist es so um ende februar herum, da geht man ja auch permanent draußen umher und atmet, wobei man sich vorstellt, man wäre jemand anderes, egal wer, hauptsache phantastischer. ich bin da in gedanken gerne mal ein fiktiver alchimist und denke über meine fiktiven probleme nach. pflanzen, mineralien und überhaupt alle stoffe bestehen aus einzelnen teilchen. diese teilchen bauen die dinge, die wir mit unseren augen wahrnehmen, auf wie kristalle, die dinge haben ergo unterschiedliche formen. dies ist durch demokrit bekannt. es gibt günstige und ungünstige kristallformen, deren seitenverhältnisse usw. sich unterscheiden. ungünstige formen weisen bestimmte geometrische figuren auf, deren zahlenverhältnisse dazu führen, dass gewisse andockstellen der teilchen unteinander nicht besetzt werden können. so werden die dinge porös und zerbrechlich. doch sind die teilchen dicht verbunden, so werden die dinge hart. könnten die winzigen teilchen nun gezwungen werden, sich in anderen formen zu ordnen, wäre es möglich, die dinge zu verwandeln. dies kann, wie wir wissen, durch feuer geschehen, so wird ein stück holz zu asche. folglich haben auch die sternenkräfte macht, die dinge zu verändern, den sterne sind wie ferne feuer. doch um sie zu nutzen, müssen ihre positionen bestimmt werden, muss berechnet werden, wie ihre kräfte untereinander sich beeinflussen. mit dem uns bekannten kalender scheint dies nicht möglich. welches also ist der wahre beginn der zeit?
¹ exkanzler-zitat